Aktualisiert 05.04.2008

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Was ist Obertongesang?

 

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Wie funktioniert Obertonsingen?

Mit feinsten Zungenbewegungen kontrolliert der Sänger die Resonanzräume in Mund und Rachen, um einzelne Obertöne zu verstärken und andere abzuschwächen.

Obertöne sind ein natürlicher Bestandteil des Stimmklangs. Jeder Mensch der sprechen kann, kann auch Obertonsingen. Um Obertongesang zu verstehen, muss man zunächst wissen, wie die Stimme funktioniert. Sehen wir uns folgende drei Elemente der Stimmklangerzeugung an:

  • den Kehlkopf als Klangquelle,
  • den hinteren Rachenraum als Filter,
  • die vordere Mundhöhle als Verstärker.

Klangquelle. Sobald man einen Ton von sich gibt, entstehen Obertöne, und zwar alle gleichzeitig. Ansonsten könnten wir nicht sprechen. Der Klang wird im Kehlkopf erzeugt, indem der Atem durch die Stimmbänder gepresst wird, die dadurch in Schwingung geraten.
Es gibt allerdings auch weniger bekannte Kehltechniken, die andere Teile des Kehlapparates zur Klangerzeugung verwenden. Man unterscheidet sie je nach Art der Engstelle, durch die der Atem strömt. Das können die Taschenfalten sein (wie beim Kargyraa), die aryepiglottischen Falten oder sogar die Speiseröhre (Rülbsstimme).

Filter. Der hintere Rachenraum, der Zungengrund und Kehldeckel, wirken als Filter für die Obertöne. Dort wird der sogenannte 2. Stimmformant gesteuert, der u. a. für die Vokale u bis i verantwortlich ist. Die Rachenzunge und der Kehldeckel bleiben und in der Regel unbewußt. Beim Obertongesang werden dort fast alle Obertöne ungewöhnlich stark abgeschwächt, so dass im Idealfall ein einziger an Lautstärke dominiert.

Verstärker. Der Mundraum formt zusammen mit der vorderen Zunge und den Lippen einen höcht variablen Resonanzraum. Beim Obertonsingen wird die Resonanz so eingestellt, dass sie genau auf den Oberton passt, der aus dem Rachenraum ankommt.

Die unterschiedlichen Obertontechniken unterscheidet man sowohl nach der Art des Kehlgebrauchs als auch nach der Methode, wie die Resonanzräume gebildet werden. Doch alle Techniken beruhen auf den oben genannten drei Elementen.

Wer tiefer in die Materie vordringen will, dem sei mein Buch&CD “Oberton singen” ans Herz gelegt, wo die Zusammenhänge technisch, wissenschaftlich und musikalisch ausgiebig beschrieben werden.

 

 

 


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