Shōmyō

Buddhistischer Ritualgesang aus Japan

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Deutlicher noch als beim tibetischen Mönchsgesang sind die Obertöne im Shōmyō präsent. Sie sind im Sologesang so deutlich, dass man sie in Noten aufschreiben kann. Und die Obertöne treten in gleichen Silben reproduzierbar auf. Das heisst zumindest, dass der zweite Formant für gleiche Vokale sehr exakt eingestellt und immer auf Teiltöne der Stimme angepasst ist. Ob die Obertöne dem Sänger bewußt sind, oder ob sie gar gezielt gesungen werden, konnte ich bisher aus der Literatur nicht entnehmen. Wenn jemand mehr dazu sagen kann, freue ich mich über Kommentare.

Das Auge durchdringt keine Schranken, nicht der Mund und nicht die Nase.
Durch Kontakt nur empfindet der Körper, Gedanken sind wirr und zerrissen.
Doch die Stimme, nah oder ferne, kann immer, beständig man hören.
Die fünf anderen Organe sind unvollkommen, alldurchdringend allein ist das Hören.
Das ‚Sein‘ oder ‚Nichtsein‘ von Laut und Stimme registriert das Ohr als ‚ist‘ oder ‚fehlt‘.
Da, wo kein Laut ist, wird nichts gehört, Nichthören ist leer von Natur.
Fehlen des Lautes heißt nicht Ende des Hörens,
Vorhandener Laut, nicht des Hörens Beginn.
Das Hören selbst ist von ständiger Dauer, gehört wird von dem, was entsteht und vergeht.
Und selbst wenn im Traum sich Ideen bilden, obgleich man nicht denkt –
Gehör bleibt besteh’n.
Denn die Hörfähigkeit ist jenseits des Denkens und reicht hinaus über Geist und Körper.
In dieser Saha Welt geschieht Belehrung durch Stimme.
Wer des Hörens Natur nicht durchschauen kann, folgt dem Laut und wird wiedergeboren.

– Surangama Sutra, 5.2
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