Nur 1 von 20 kann diese Melodie hören – Mach den Hörtest

Lachende Frau hält die Ohren zu
Artikel aktualisiert am 04.12.2017

Dieser Hörtest öffnet Deine Ohren in nur nur 3:20 Minuten für eine Hördimension, die nur ca. 5% der Musiker wahrnehmen: das Obertonhören. Diese Fähigkeit ist essentiell für das Erlernen von Obertongesang. Und es ist Voraussetzung für die praktische Umsetzung von Gesangs- und Chorphonetik.

2004 fand eine Arbeitsgruppe um Dr. Peter Schneider an der Uniklinik Heidelberg, dass Menschen Klänge unterschiedlich wahrnehmen, jenachdem welche Gehirnhälfte die Verarbeitung des Klangs übernimmt. Sie entwickelten den Heidelberger Hörtest, um herauszufinden, ob jemand eher Grundtöne oder eher Obertöne in einem Klang wahrnimmt. →Hier kannst Du den Heidelberger Test machen

Mein Hörtest ist anders. Er testet, ob jemand eher Vokale oder eher Obertöne in einem Klang erkennt. Im zweiten Teil schult er, die Schwelle zwischen Vokal- und Obertonwahrnehmung zugunsten der Obertöne zu verschieben.

Hörtest

Höre Dir entspannt das erste Tonbeispiel an. Ich singe eine Folge sinnloser Silben auf einen einzigen Ton. Wenn Du darin eine bekannte Melodie aus der Klassik erkennst, dann herzlichen Glückwunsch, Du hast ein ausgeprägtes Obertongehör und gehörst zu den 5% Menschen, die diese Wahrnehmung spontan haben.

Tonbeispiel 1

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Falls Du die Melodie nicht hörst, keine Sorge. Am Ende des Hörtests wirst Du die Obertöne hören.

In den nächsten Tonbeispielen entziehe ich der Stimme mehr und mehr Klanginformationen, die vom Gehirn als Bestandteil von Sprache interpretiert werden. Als nächstes singe ich die Silben,  indem ich nur noch den 2. Vokalformanten verändere. Den ersten halte ich unbewegt in tiefer Lage. Die Silben enthalten dann nur noch Ü-Laute, die Melodie wird für einige jetzt deutlicher.

Tonbeispiel 2

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Wenn die Melodie jetzt klar wird, Glückwunsch. Hier hören 20-30% die Melodie. Vielleicht ahnst Du die Melodie aber nur und weißt nicht, ob Du sie Dir nur einbildest. Vertraue der Einbildung. Denn Dein Gehör nimmt die Melodie auf, nur ein Filter in Deinem Bewußtsein sagt, dass die Information nicht wichtig ist. Spracherkennung ist viel wichtiger.

Ich will an dieser Stelle die Melodie preisgeben: Es handelt sich um „Freude schöner Götterfunken“ aus der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven. Im Nächsten Tonbeispiel pfeife ich sie tonlos. Dann lernt Dein Gehirn besser, worauf es hören soll. Höre Dir danach nochmal Tonbeispiel 2 an.

Tonbeispiel 3

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Geht es besser? Falls nicht, höre Dir das nächste Beispiel an.

Im Tonbeispiel 4 lasse ich die Konsonanten weg. Jetzt hat das Broca-Zentrum, die Gehirnregion für Spracheerkennung, nichts mehr zu tun und gibt die Höraufmerksamkeit an andere Regionen ab.

Tonbeispiel 4

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Jetzt sind etwa 60-80% dabei. Wenn Du die Melodie hier nicht hörst, bist Du wahrscheinlich auch im Heidelberger Hörtest als Grundtonhörer eingestuft. Das hat nichts mit Musikalität zu tun. Du bist in Gesellschaft einiger der besten Flötisten, Schagzeuger und Pianisten.

Im nächsten Beispiel verfremde ich den Klang vollständig. Ich senke mit spezieller Zungenstellung den dritten Formanten um 2 Oktaven ab, bis er dieselbe Frequenz hat, wie der zweite. Dadurch bildet sich eine Doppelresonanz, die in der deutschen Sprache nicht vorkommt.

Tonbeispiel 5

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Die Technik nennt man Obertongesang. Dem Gehör fehlen jetzt Informationen aus dem gewohnten Stimmklang, und einzelne Teiltöne werden durch die Doppelresonanz so laut, dass das Gehirn die Klänge trennt und dem Bewußtsein mitteilt, es handle sich um zwei Töne.

Wahrscheinlich hörst Du jetzt eine flötenartige Melodie und die Stimme. Obertongesang ist eine akustische Täuschung. Denn in Wahrheit hörst Du mehr als 70 Teiltöne. Die physikalische Realität und die Wahrnehmung stimmen selten überein.

Im letzten Tonbeispiel gehe ich den gesamten Weg rückwärts bis zum Anfang. Versuche, den Fokus die gesamte Zeit auf der Melodie zu lassen. Höre Dir das Tonbeispiel 6 ruhig öfter an, es trainiert das Obertonhören und macht Dich in der Wahrnehmung der Klangdetails sicherer.

Tonbeispiel 6

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Unsere Realität entsteht in uns selber. Und sie ist veränderbar.

 

62 Kommentare
  1. Melitta Heise says:

    Ich finde es sehr spannend. Mir wurde als Kind immer gesagt, dass ich keine Melodie halten kann und darum bin ich eher unsicher beim Singen. Im Schulchor hat der Lehrer es verstanden, uns für die Musik mit Stücken, die für uns interessant waren, zu begeistern. Leider hab ich es später vernachlässigt. Ich habe erst nach dem vierten Teil die Melodie gehört, dann aber bei allen. Bei einem Hörtest beim Akustiker wurde bei mir eine Schwäche im Bereich der tiefen Töne festgestellt, was wohl eher ungewöhnlich bei Hörverlust im Alter ist (59J.).
    Ich bin als Heilpägdagogin in der Frühförderung von Kinder (0-6J.) tätig. Da gibt es Kinder, die mit der Lautstärke in den Kitas überfordert sind und sich z.T. zurückziehen, aggressiv reagieren oder selbst sehr laut sprechen. Dies habe ich bei meinem zweiten Kind bemerkt, als er ca. 4 Jahre alt war. Später in einem Kinesiologieseminar stellte sich bei mir die gleiche Sensibilität heraus und später bei meinen zwei weiteren Kindern ebenso.
    Jeder kompensiert es anders. Mich stört diese Empfindlichkeit z. B. bei Schreibtischarbeiten, die eine hohe Konzentration erfordern. Ich fände es interessant, ob ein Training im Obertonbereich hilfreich sein könnte.
    Mein Sohn hat damals eine Therapie mit Walgesängen gemacht. Mir haben Kinesiologische Übungen geholfen.
    Für mich hat es sehr viel mit den Wahrnehmungen zu tun. Es gibt dort in allen Bereichen eine Spanne zwischen unempfindlicher und überempfindlicher Wahrnehmung. Da dies mit für die Art des Lernens verantwortlich ist und eine entsprechende Lernumwelt für die Kinder hilfreich ist, fände ich es sehr spannend mehr davon zu hören.
    Lieben Gruß
    Melitta

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    • Wolfgang Saus says:

      Hallo Melitta,

      grundsätzlich ist Lärmempfindlichkeit etwas Gutes. Denn sie schützt uns vor den unterschätzten Folgen von Lärmbelastung. Wüßten mehr Menschen von Lärm als Ursache ihrer angespannten Stimmung oder sogar ihrer Herz-/Kreislaufbeschwerden, dann lebten wir in einer stilleren und gesünderen Welt.

      Ich stelle die These zu Diskussion, dass das Obertonhören die Schallwahrnehmung verändert. Das Gebiet ist in der Wissenschaft noch neu. Meine Erfahrungen zeigen, dass Obertontraining die Nachsingfähigkeit in vielen Fällen stark verbessert, ebenso die Selbstsicherheit mit der (schulisch oft traumatisierten) Singstimme.

      Ich den meisten mir bekannten Fällen führt Obertontraining (Hören wie Singen) zu einer erhöhten Lärmempfindlichkeit. Allerdings berichten viele meiner Seminarteilnehmer von der Fähigkeit, unvermeidbaren Lärm am Arbeitsplatz oder in Fahrzeugen durch musikalisches „Durchhören“ besser ertragen zu können.

      Walgesänge als Therapie finde ich sehr spannend, hab noch nie davon gehört. Wer bietet soetwas an?

      Grüße, Wolfgang

  2. Tino says:

    Lieber Wolfgang,

    danke für Deine interessante Hörprobe.
    Als langjähriger Obertonsänger und OT-Lehrer (in Wien) hat mich Deiner erste Hörprobe am Meisten beeindruckt,
    da es mir viel schwerer zu sein scheint, mit ganz unterschiedlichen Konsonanten eine bewusste Melodie zu singen.
    Gut, dies einzustudieren, war und ist mir kein besonderes anzustrebendes Ziel, da es ja eher das OT hören erschwert,
    aber als Hörexperiment fand ich es sehr gut.

    Mit Deiner Erklärung
    „Obertongesang ist eine akustische Täuschung. Denn in Wahrheit hörst Du mehr als 70 Teiltöne.
    Die physikalische Realität und die Wahrnehmung stimmen selten überein.“
    stimme ich nicht ganz überein.
    Denn für mich ist OT-Gesang absolut keine „akustische Täuschung“ sondern, die bewusste Steuerung und Beeinflussung der natürlichen Klangfarbe einer menschlichen Grund-Stimme, die ja erst durch die vielen gleichzeitig unterschiedlich laut klingenden Obertöne von anderen Stimmen unterscheidbar wird.

    Die physikalische Realität, der lauteren Wahrnehmung der Obertonmelodie auf dem Grundton ist eben dadurch gegeben, dass durch bewussten Einsatz (vor allem) der Zunge, die drei Formanten gezielt den idealen Resonanzraum für die Verstärkung des gerade gewünschten OTs bilden.
    So ist dann natürlich der lauteste Oberton (von Deinen genannten mitklingenden ca. 70 Teiltönen) immer am stärksten hörbar.
    (Evt. sogar auch lauter, als der Grundton, wenn man schon ein bisschen im OT-Gesang geübt ist.)

    Einen ganz herzlichen Götterfunken aus Wien sendet Dir
    Tino 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=RPO_MQfLtLQ&index=10&list=PLiH2uzGvVBkpePl34OspzrEj-JSXRwUzd

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hallo Tino, danke für Deinen spannenden Beitrag! Mir geht es genau darum: Diskussion anregen.

      Für mit ist es eine philosophische Frage, ob Realität das ist, was wir messen, oder das, was unsere Wahrnehmung aus den Informationen interpretiert, oder etwas ganz anderes. Im Falle des Hörtests sind die psychoakustischen Übertragungsfunktionen (physikalische Messgröße zu wahrgenommene Größe) von Mensch zu Mensch offenbar verschieden. Und wenn Du mal nachmißt, wirst Du feststellen, dass es nicht die lautesten Obertöne sind, die den Melodieeindruck hervorheben. Es kommt darauf an, worauf wir uns fokussieren. Spannend, oder?

    • Tino says:

      Hi, Wolfgang, danke für Deine interessante Rückmeldung. 🙂

      Ich bin nun seit bald 2 Jahren im Genuss Eurer tollen Software „Overtone Analyzer“ – und die zeigt mir doch physikalisch/messtechnisch (im Volumen-Pegel der aktuellen Obertonfrequenz und) im aufgenommenen OT-Spektrum entlang der Zeitachse – sogar mit den erkannten Klavier-Noten genau das an, was ich auch am lautesten höre.
      Insofern verstehe ich Deinen Satz: „Und wenn Du mal nachmißt, wirst Du feststellen, dass es nicht die lautesten Obertöne sind, die den Melodieeindruck hervorheben.“ nicht so ganz.

      Aber natürlich gebe ich Dir recht, dass wir uns – wie ein Radio – mit bewusstem oder unbewusstem Filter – auf ganz unterschiedliche Frequenzen/Themen unsere Aufmerksamkeit einstimmen bzw. fokussieren können (müssen).
      Wie das Fokussieren mit einem Fernrohr, wo wir immer nur eine Entfernung zur selben Zeit ganz scharf einstellen und sehen können.

      Und – wissenschaftlich Messbares und menschlich Wahrnehmbares sind sicher beides Geschwisterkinder der Realität…
      Wobei die Wissenschafts-Wahrnehmung (Messung) als Schöpfung des Menschen, wohl immer hinter der menschlichen Wahrnehmung (als Schöpfung Gottes) nachlaufen wird müssen… ;-D)

  3. Barbara says:

    Ich habe immer und viel Musik gehört, gehöre aber zu jenen, die entweder alles mitsingen( wollen) oder andere Stimmen dazusingen. Das war in den ersten beiden Folgen bei mir “ Clair de lune“ … Ich hatte aber die Erklärung nicht verinnerlicht.Nachdem ich wusste, um welche Melodie es ging, hörte ich es später auch, deutlich…Aber…“ hörte“ ich es wirklich gleich…oder dachte ich die Melodie? Für mich nicht wichtig, ich höre auch eher 5-7 Interpretationen einer Kantate , einervSinfonie, eines Violinkonzertes…und lege mich bald fest, was ich mag.

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    • Wolfgang says:

      Hi Barbara, welches „Clair de lune“ hörst Du? Debussy, Vierne, Fauré, Beethoven? Ich will versuchen, ob ich es mir auch zurechthören kann. Bisher schaff ich es nicht. Aber mein Fokus is natürlich stark auf der gewollten Melodie.

      Es kann durchaus sein, dass noch andere Melodien darin stecken. Potentiell sind sogar alle Melodien enthalten, die sich aus der Obertonreihe eines Tons komponieren lassen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass man auch gleichzeitig eine andere als die von mir gedachte Melodie hören kann, wenn der Fokus stark genug ist.

      Ich liebes übrigens auch, mehrere Interpretationen desselben Stücks zu hören und dadurch in verschiedene Gefühlswelten einzutauchen.

  4. Birgit Hartmann-Puk says:

    Vielen Dank für diese Möglichkeit der Testung! Ich habe die Melodie sofort gehört und auch beim Heidelberg Test landete ich bei “extremer Obertonhörer“. Trotz einiger Übung bleibt aber mein eigener Obertongesang leider recht kläglich. Immerhin fand ich vor einigen Jahren bei einem Seminar von Christian Bollmann Kontakt zu meinen Untertönen, die ich bis dahin nicht kannte. Ich würde gern regelmäßig fachkundige Anleitung im Obertongesang bekommen. Gibt es im Wendland eine/n gute/n Obertongesangslehrer/in?
    Mit herzlichen Gruß
    Birgit

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  5. Moritz says:

    Ich denke, es geht nicht darum, die Melodie möglichst schnell zu erraten. Das dürfte Klassik-Fans aufgrund der Tonlängen nicht schwer fallen (mir als Nicht-Klassik-Fan schon). Es geht darum, die Melodie wirklich zu hören. Und das war bei mir ab dem dritten Beispiel der Fall. Dann konnte ich auch problemlos zwischen allen Beispielen hin und her wechseln, und die Melodie war immer da – und zwar als Geräusch, dass ich vorher nicht wahrgenommen habe.
    Die Melodie gleicht wahrscheinlich am ehesten einem hellen Pfeifen. Ist beim Hören von Obertönen etwas bekannt, dass Menschen mit Tinnitus da einen Vor- bzw. Nachteil haben? Denn (aus eigener Erfahrung) weiß ich, dass sich ein Tinnitus ganz ähnlich anhört, wie das Pfeifen bei dieser Melodie.

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hi Moriz, richtig, es geht nicht um schnell oder gute und schlechtes Gehör. Es geht um das Abenteuer zwischen den Wahrnehmungen. Die Tonlängen habe ich übrigens zu Beginn alle gleichlang gehalten, um die Rhythmuserkennung auszuschließen ;).

      Es gibt Erfahrungen mit Tinnitusbetroffenen, deren Tinnitus verschwindet, sobald sie versuchen, ihn als Referenzton für Obertongesang zu verwenden. Vielleicht, weil sie ihn dann haben wollen, anstatt ihn abzulehnen?

  6. Carmen says:

    Zuerst mal herzlichen Dank für den Test. Sehr intressant! Ich erkannte die Melodie schon beim ersten anhören. Ob ich mich selber beeinflusste, weil ich wusste um welche Melodie es sich handelt. Beim Heidelbergertest hatte ich das Resultat extremer Obertonhörer. Es erstaunt mich, da ich kein Instrument spiele und auch in keinem Chor mitsinge. Als Kind wurde ich als Falschsingerin ausgelacht und zum schweigen verwiesen!
    Allerdings kann ich sagen, dass mich die Obertöne sehr berrühren. Naturjodel und Alphorn erzeugen bei mir Hühnerhaut, innere Stille, Harmonie und Dankbarkeit. Eine besondere Schönheit!
    Liebe Grüsse
    Carmen

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hoy Carmen, Deine Kindheitserfahrung tut mir leid. Das ist leider vielen passiert. Ich habe die These, dass extreme Obertonhörer als Kinder soviele Töne im Klavier hören, dass sie erstmal nicht wissen, welchen davon sie nachsingen sollen.

      Nach meiner Erfahrung können sogenannte Brummer, die beim Nachsingen fast alles in gleicher bequemer Sprechlage singen, sehr schnell zum richtigen Ton geleitet werden, wenn man anstelle des Klaviers den Ton vorsingt. Und zwar in der Kinderlage und der gleichen Klangfarbe wie das Kind.

      Zuerst steigt man auf den Ton des Kindes ein, singst mit ihm. Dann macht man kleine Änderungen nach oben und unten, und das Kind folgt. Mit etwas lustigen Silben und Mimiken kann man schnell die Singfreude auch eines bereits frustierten Kindes wecken.

  7. Susanna says:

    Hallo Wolfgang

    Sehr interessant, toll gemacht! Ich mag alle Beispiele gerne hören und staune wie ich darauf reagiere bzw. höre. Die bekannte Melodie habe ich bereits ganz zu Anfang beim ersten Beispiel gehört, vielleicht auch weil ich das Stück auf der Gitarre spielen kann?! In einer 6-er Gruppe spiele ich Djembe und töne dazu was meine Wahrnehmung auch schult. Ich denke man ist ewig unterwegs mit diesem wunderbaren Organ.
    Vielen Dank!
    Susanna

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hi Susanna, die Djembe ist voller Obertöne und eine interessante Kombination von Oberton- und Rhythmusinstrument. Die Musikwahrnehmung in Afrika kann uns einiges lehren.

  8. MAYA says:

    Lieber Wolfgang, einfach ein riesiges D A N K E…eine Bereicherung dieses grauen und schon merklich kühlere 29. Oktober….Ja, die „schönen „Götterfunken“, die jetzt in meinen Ohren herumtönen, machen mir wirklich FREUDE…

    BEIM ERSTEN HABE ICH ES NICHT RAUS GEHÖRT…ABER GLEICH NACH DEM ZWEITEN KONNTE ICH DAS ERSTE DANN AUCH ERKENNEN…:-) und jetzt habe ich es als „OHRWURM“…Freude herrscht…

    Antworten
  9. Silvia says:

    Mit dem Beispiel 2 dachte ich mehr erstaunt an das Lied und die Melodie, noch etwas vage. Oder besser ausgedrückt, ich habe es erkannt, oder doch gehört?
    Dann habe ich mich gefreut, dass es gestimmt hat. Danke, sehr interessant. Es funktioniert.

    Antworten
  10. Paul says:

    Sehr interessant und lehrreich! Dennoch – für mich kein wirklicher Mehrwert. Was für mich am Allerwichtigsten bei Musik ist, ist die Fantasie und die Kreativität, die der Komponist in sein Werk investiert hat. Das ist für mich der Inhalt, alles andere (Klang, Interpretation, Instrumentierung) ist nur die Verpackung und damit relativ nebensächlich.

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Interessanter Standpunkt, danke für’s posten. Bei mir ist es genau umgekehrt. Für mich wird die Idee der Komposition erst durch den Klang wach. Ich hab mir schon als Schüler die 1. Symphonie von Gustav Mahler mit fünf verschiedenen Dirigenten gekauft (und hörte meist die Bernard Haitink Fassung, danach Solti). Und „Vier letzte Lieder“ von Strauss mit Elisabeth Schwarzkopf ist für mich ein anderes Universum als mit Jessey Norman.

    • Kristian says:

      Kann diese Meinung auch nicht teilen und schliesse mich mit einem Zitat von Gustav Mahler dem Kommentar von Wolfgang an :
      “ Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten. „

  11. Christina says:

    Lieber Wolfgang!
    Ich, total unmusikalisch, immer schon denkend, ich sei mit einem schlechten musikalischen Gehör ausgestattet, habe deinen Test gemacht und sofort im ersten Beispiel im ersten Durchlauf die Ode an die Freude erkannt. Auch laut Heidelberger Test bin ich Obertonhörer und habe mich nicht mal an die Testvoraussetzungen gehalten (nur Handylautsprecher ). Ich bin übrigens total bezaubert vom Obertongesang. Könnte ich singen, wäre dies auf jeden Fall etwas für mich. 🙂 Eine Frage: Ich spiele kein Instrument, singe nicht, aber höre sehr gern Musik, mag dabei am liebsten komplexe Melodien, dunkle Töne und shärische Klangerlebnisse. Musik dieser Art kann mich seelisch sehr stark berühren. Ist dies typisch für Obertonhörer? (Meditative Obertoninstrumente, Gregorianischen Gesang mochte ich übrigens auch schon immer..).

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hallo Christina,

      Wenn Du gern Musik hörst, kannst Du schon nicht unmusikalisch sein. Amusie ist eine extrem seltene Krankheit. Wer sich für unmusikalisch hält, hat meist in der Kindheit unangenehmes Feedback erhalten.

      Möglicherweise gibt es tatsächlich einen Zusammenhang mit schlechter Bewertung in der Schule und dem Obertonhören. Wenn der Lehrer keine Obertöne wahrnimmt, das Kind aber extrem deutlich, dann weiß das Kind möglicherweise nicht, welchen der vielen Töne es singen soll, und wie sich das anfühlt. Dann singt es stattdessen ein Brummen in bequemer Lage. Ich mache die Erfahrung, dass solche Kinder sehr gut Töne treffen, sobald man in ihrer Lage und mit ihrer Klangfarbe vor- und mitsingt, anstatt z. B. Klavier zu spielen.

      Obertongesang ist da oft sehr segensreich, weil man keine falschen Obertöne singen kann und auch keine „gute Stimme“ braucht. Ich hatte sogar schon Schüler, die sich noch in höherem Alter von vermeintlich unmusikalisch bis zum Sologesang entwickelt haben.

  12. Benedikt Muhle says:

    Ich habe schon Obertonmusik gehört.Joachim E.Behendt,Obertonchor Düsseldorf,Musik der Tuva.Hab im 1.Beispiel aber nur indifferente Obertöne gehört.Wenn man’s dann kennt hat man den Vexierbild-Effekt.Obwohl ich als Kind schon auf Allem getrommelt habe,bin ich erst mit 40 zum Schlagzeug gekommen.Aber erst seit ich in einer Band trommel,kann ich bei einem Pop-oder Rocksong die Instrumente einzeln heraus aber auch im Zusammenklang hören,auch weil ich jetzt genau weiß,wie jedes Instrument klingt und was es „kann“ bzw „nicht kann“.Seitdem erschließt sich mir auch Jazz nochmal neu.Ich denke,dass ich unbewusst ein Hörttraining gemacht habe,dass mir fabelhafte neue Hör-Welten erschlossen hat! Die Welt ist Klang!

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hi Benedikt, ja, das Gehör ist schon ein Wunderwerk. Man ist sich so wenig darüber bewusst, welche Leistungen und auch Entwicklungsfähigkeiten es hat. Schon merkwürdig, dass an unseren Haupt-Kommunikationswegen, Stimme und Hören, vergleichsweise wenig geforscht wird.

  13. Lore says:

    It is easier when you ever heard overtone singing so you know on which you have to concentrate. That’s why I probably heard the welknown melody the second time I played the first example, also by the rhythm. (I’m playing music ). Interesting article!!

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Thanks for your comment. I agree with your experience. People with overtone singing training already have a developed overtone ear. I allways start my classes with this hearing test.
      Interesting that some people recognise the melody by rhythm, or think they do. I actually sing all notes with even length to avoid this effect.

  14. Bettina says:

    Nachdem ich das Beispiel tonlos pfeifen gehört habe, habe ich die Melodie auch in den anderen Beispielen gehört, und nicht nur anhand der Rhythmik erkannt. Obwohl mich der Heidelberger test als extremer obertonhörer ausgewiesen hat. Es könnte aber auch daran liegen das ich den test nur stumpf auf dem Handy gemacht habe

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hi Bettina, ein Handylautsprecher bringt vermutlich die Differenztöne im Heidelberger Test nicht so gut rüber, sodass eine Tendenz zum Grundtonhörer nicht so gut diagnostiziert wird. Du kannst den Test ja nochmal an einem Desktop oder mit externem Lautsprecher wiederholen. Würde mich freuen zu hören, ob sich ändert.

  15. Thomas says:

    Wusste es nach 5 Sekunden bei Nr. 1. Da ich überhaupt kein musikalisches Gehör habe, würde mich mal interessieren, ob es noch ein anderes Beispiel gibt.

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hallo Thomas, es haben noch andere danach gefragt. Wenn ich Zeit finde, mache ich noch ein paar Beispiele für die superextremen Obertonhörer 🙂 Man kann den 2. Formanten auch beim Sprechen als Melodie führen. Vielleicht magst Du Dich in meinen Newsletter eintragen, damit Du gleich davon erfährst. Oder abonnierst meine Facebookseite. Du kannst gespannt sein.

  16. Hea says:

    Wie kommt es, dass ich beim 3. Beispiel erstmal gar nichts höre, obwohl ich die Melodie bei 2 schon erkannt hatte? Erst nach Hören aller Beispiele habe ich bei 3 die Melodie ganz ganz leise auch gehört

    Antworten
  17. Mirjam Mohr says:

    Sehr, sehr interessant! Ich habe zunächst diesen Test gemacht und die Meldodie erst bei Beispiel vier gehört. Im Rückwärtsgang habe ich es dann aber bis zum ersten Beispiel gehört und seither bleibt es so – tatsächlich wie bei einem Vexierbild! Danach habe ich den Test von Peter Schneider gemacht und es kam heraus, dass ich ein „leichter Grundtonhörer“ bin – ich habe aber beim nochmaligen Testen festgestellt, dass ich das Gehör irgendwie „umstellen“ kann und tatsächlich statt einer Aufwärts- auch eine Abwärtsbewegung (und umgekehrt) hören kann – ich habe das Gefühl, dass man das richtig trainieren kann, stimmt das? Interessanterweise spiele ich Cello und wäre damit eigentlich ein Obertonhörer – es würde mich interessieren, ob das Ergebnis anders wäre, wenn ich es nicht an meinem kleinen Laptop, sondern mit guter Akustik machen würde!

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Das ist ein interessantes Ergebnis. Cello spricht laut Peter Schneider eher für Obertonhörer. Aber auch ich kann mein Gehör ganz leicht umstellen. Ich schätze, dass man das Umschalten trainieren kann. Es gibt das berühmte Vexierbild einer rotierenden Tänzerin, die mal rechtrum und mal linksrum dreht. Da kann ich auch leicht wechseln. Probier das mal.

      Die Differenztöne, also das, was Grundtonhörer wahrnehmen, sind etwas besser auf guten Lautsprechern zu hören. Da aber alle Töne im Bereich der Sprache liegen, sollte auch ein Labtop schon brauchbare Ergebnisse liefern, wenn die Lautsprecher nicht gerade Handyniveau haben.

    • Wolfgang says:

      😀 Ich hab mich noch nie gefragt, was mir ein Hör-Abenteuer nutzt. Ich genieße und kann mich dann nicht satt hören.
      Und, ja, man kann es lernen. Und das lohnt sich nicht nur für den gesteigerten Hörgenuss, andere Sinne verfeinern sich mit, so als ob die ganze Weltwahrnehmung sich in den Sinnesgenuss vertieft und vom denkend bewerteten zurückzieht. Für mich ist die Erfahrung selbst es wert.

  18. Max says:

    Keine Ahnung ob das sein kann – aber ich (ggf. kommt es mir ja nur so vor…) höre die Melodie mit dem linken Ohr viel deutlicher heraus als mit dem rechten. Mit dem rechten tue ich mich bei 2 noch schwer, mit dem linken höre ich 1 bereits viel deutlicher. Kann das sein? Ist dies damit gleichbedeutend, dass ich rechts generell schlechter höre oder spielen da ggf. sogar die Hirnhälften eine Rolle?

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Da Du es so erlebst, ist es so. Rechtes und linkes Ohr hören immer unterschiedlich. Die meisten meiner Schüler hören Obertöne besser links. Telefonierst Du auch links? Ich glaube nicht, dass es mit den Hirnhälften zu tun hat. Die Ohren sind anders verdrahtet als die Gliedmaßen. Anders hören heißt übrigens nicht, schlechter zu hören. Obertonhören ist auch nicht besser als Grundtonhören. Nur eben anders.

  19. Christian H. says:

    Hochinteressant. Ich habe die Melodie erst bei Beispiel 4 gehört, im Rückwärtsgang dann aber gut bis Beispiel 2 und bei Beispiel 1 als Ahnung. Die Wahrnehmung verschiebt sich deutlich. Ich habe vor ca. 20 Jahren eine Zeit lang E-Gitarre gespielt und höre seit Kindertagen viel und auch intensiv Musik allerlei Stilrichtungen.

    Antworten
  20. Denise says:

    Schöne Idee und tolle Umsetzung!! Auch wenn ich persönlich seeeehr wenig mit Musik zu tun habe, war es ein spannender Test! 🙂
    Vielen Dank für die Mühe!

    Antworten
  21. Gundula Mann-Zizka says:

    Sehr interessant, ich war mir sofort sicher „Freude schöner… „erkannt zu haben , aber beim ersten Beispiel wegen des Rhythmus . Beim zweiten Beispiel war ich mir dann sicher. ( ich singe übrigens viel ( mittlerweile wieder Alt) undspiele Klavier und Orgel.

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Danke, Gundula, für den Kommentar. Vermutlich hast Du doch, zumindest unterbewusst, die Melodie erkannt. Denn den Rhythmus hab ich so verändert, dass alle Noten gleichlang sind. Aber den Eindruck, den Rhythmus zu erkennen, hatten auch andere.

  22. Barbara says:

    Servus Wolfgang.
    Wenn man schon Erfahrung mit Obertönen hat, dann hört man es gleich beim erstenmal, oder?
    Lieber Gruss
    Barbara

    Antworten
  23. Katrine Kleingarn says:

    Empfand ich ebenfalls wie der zu lesende Kommentar .Ein neues Wahrnehmungstürchen öffnete sich mehr und mehr .☆☆☆☆ Das ist es .

    Antworten
  24. Erik says:

    Toll gemacht!
    Es ist einfach faszinierend, wie Du den Ton immer klarer und klarer werden lässt…
    Ich wäre froh, wenn ich solch eine (Ober-)Tonfolge so klar hervorbringen könnte!

    ach, und nachdem ich den Heidelberger Test erstmal kapiert hatte bekam ich mitgeteilt daß ich einabsoluter Obertonhörer sei.

    Vielen Dank!

    Antworten
    • Wolfgang says:

      Hallo Erik, vielen Dank für Deinen Kommentar. Die Obertöne klarer zu bekommen ist ein Frage der Resonanzoptimierung. Das kannst Du lernen. In nächster Zeit werde ich dazu mal ein Video machen.

    • Birgit says:

      Faszinierend – und gut erklärt.
      Ich habe die Melodie gleich beim ersten Mal erkannt, aber eher aufgrund des Rhythmus‘. Laut Test bin ich ein „ausgeglichener Hörer“.
      Birgit

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