Amila (2015)

Mongolischer Kehlgesang, mongolische Instrumente, Symphonieorchester

„Amila“, mongolisch für „gibt Leben“, wurde im Auftrag der Deutschen Welle zum Beethovenfest 2015 für das Bundesjugendorchester komponiert.

Im Stück wird die Klangwelt von [Zulans eigener Band] Mongolism auf ein großes Sinfonieorchester erweitert. Darin mischt sich der Orchesterklang mit dem Obertongesang und den Melodien der Pferdekopfgeige und anderer mongolischer Instrumente.
Deutsche Welle

Uraufführung: 25.09.2015, Beethovenfest Bonn. Bundesjugendorchester – Ltg. Patrick Lange, Mongolism – Ltg. Zulan.

Death and the Maiden (2015)

Kammerkonzert mit der Besetzung: Topshur, Tsuur, Khöömej (mongol. Kehlgesang), Schlagzeug, Klavier, Stimme.

Aufnahme von der Uraufführung am 13.01.2015 in New York. Borjigin (Topshur, Tsuur, Khöömej); Chen Shijie (Perkussion); Khasbagen (Morin Khuur); Song Zhao (Cello); Zulan (Klavier, Stimme).

Zulan beschreibt mit ihrer Musik die „Sechs Wünsche eines Menschen“, ein buddhistisches Konzept, das die sechs Sinnesfreuden von Augen, Ohren, Nase, Körper und Geist beschreibt.
Asia Society, New York

Download

Via Prophetiae (2001)

Stimme und tibetische Glocke

Auf der Grundlage von biblischen Texten aus den Büchern des Jeremia (Jer X) und Jesaja (ist XXXV) des alten Testaments.

Dauer 9’00“

22. Oktober 2001 uraufgeführt, Atelier 90 Konzert Suche nach Umständen III, Halle KPJ (Prague Spring Club), Kirche St. Vavřinec, Prag; Kristýna Valouková – Stimme/Glocke

Alwin Michael Schronen 2013, Foto Marion Jenal


Foto: Marion Jenal (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

O gäb’s doch Sterne die nicht bleichen II (2014)

für 6stimmigen Männerchor und Obertongesang

Schwierigkeitsgrad: mittel – schwer
Schwierigkeitsgrad der Obertöne: sehr leicht
Sprache: Deutsch
Besetzung: a cappella

Uraufführung: 18. April 2015, Dom Limburg, Männerkammerchor „Cantabile Limburg“ unter der Leitung von Jürgen Fassbender.

AS Musikverlag

Obertongesang: Freie Obertöne über konstantem Grundton in einer Männerstimme, als Vokalübergänge geschrieben.
Der Komponiste teilte mir persönlich mit,  «… dass man bei einer Aufführung mit einem professionellen Obertonsänger natürlich auch eine melodisch fixierte Obertonstimme zu diesem Stück schreiben könnte…».



Das Stück entstand, als ich vor Jahren mit neuen Techniken experimentierte, um den Gesang der Dani zu immitieren. Es ist mir nie vollständig gelungen. Aber als Nebenprodukt sind lustige neue Techniken herausgekommen.

Die Eüden verwenden vier Singtechniken gleichzeitig, die nach und nach überlagert werden.

  1. Zu Beginn wird mit konstantem Grundton eine Quinte nach oben gejodelt, im Stil inspiriert von Pygmäenjodeln. Der Vokal wird mit abgesenktem Kehlkopf und engen Lippen so dunkel wie möglich gefärbt, sodass nur noch ein obertonfreier Sinuston klingt.
  2. Dann setzt Grundtonwechsel mit einer großen Sekunde ein. Der Falsettton wird gelegentlich durch Verengen der Lippen trompetenartig verzerrt.
  3. Auf das Jodeln mit Grundtonwechsel setzt eine mixolydische Oberton-Melodie auf, die vom umnqokolo der Xhosa inspiriert ist und mit L-Technik gesungen wird. Die Melodie zieht sich zunächst legato über Grund- und Falsetton (soweit die Resonanz es zulässt) hinweg. Dann wechselt der Rhythmus in einen schnellen (3+3+2)/8 Takt.
  4. Schließlich wird die L-Technik noch mit extrem kurzen Vokalobertönen alterniert, inspiriert von meinen gescheiterten Versuchen an Dani-Techniken.

Das Stück erfordert sehr hohe Konzentration. Ich betrachte es als eine Art Zirkusnummer, die erstaunliche vielstimmige Klangeffekte erzeugt. Ich habe es in Des-Dur gesetzt, was optimal zu meinem Jodeln passt und gleichzeitig klare Obertöne in allen Lagen erlaubt. Die Partitur habe ich aber in C-Dur geschrieben, um sie leichter lesbar zu machen.

Man kann das Stück problemlos transponieren und an die eigene Stimmelage anpassen. Für Frauenstimmen gibt es noch Spielraum von einer Quinte nach oben, wenn das Jodeln von d1 nach a1 gut funktioniert. Ich habe eine Version in G zum Download gewählt, aber As oder A könnte besser sein. Experimentiere einfach mit Transpositionen.

Wie immer freue ich mich über Kommentare, Eure Bearbeitungen, Video-Links und Sounds von Euren Ergebnissen.

Noten Download Männerstimme:

Noten Download Frauenstimme:

MuseScore Datei, zur Bearbeitung und Transposition mit dem kostenlosen Notenschreibprogramm:

Weitersagen

Pachelbel Kanon, Fassung für Obertongesang

Das populärste Werk des Nürnberger Komponisten Johann Pachelbel (1653–1706) (Wikipedia) und wohl eine der bekanntesten klassischen Kompositionen überhaupt. Der Kanon baut auf einem harmonischen Ostinato auf, dass eine Chaconne-Bassfigur ständig wiederholt mit einem darüberliegenden Kanon … der Loop war schon im Barock angesagt :).

Die Harmonie-Folge wird quer durch alle Musikrichtungen immer wieder verwendet. Von Pachelbel’s Canon (mit der englischen Schreibweise findet Ihr im Netz mehr, auf Deutsch heißt es Kanon) existieren heute so viele Aufnahmen, Versionen und Bearbeitungen, dass darüber bereits komödiantische Nummern (Video) geschrieben wurden.

Und ich füge gerne meine Fassung für Obertonsänger hinzu, die ich ursprünglich als Übung für polyphonen Obertongesang geschrieben hatte. Man singt das Bass-Ostinato gleichzeitig mit der Sopranmelodie. Ihr könnt Euch ja mal zu zweit oder dritt daran versuchen, die anderen Violinstimmen noch dazu zu singen.

Ich habe übrigens als besondere Herausforderung noch eine Fassung für das Ostinato zusammen mit Beethovens „Ode an die Freude“ arrangiert (poste ich später).

Wie immer freue ich mich über Kommentare, eigene Bearbeitungen, Video-Links oder Sounddateien, die ich auch gerne hier veröffentliche. Ihr könnt auch Links zu Euren Aufnahmen in den Kommentar schreiben. Für Experten: Wo muss man in der Partitur tricksen?

Noten Download:

MuseScore Datei, zur Bearbeitung im genialen kostenlosen Notenschreibprogramm MuseScore:

Weitersagen

Der Bootssteg – Hallkammer, schalltoter Raum (1985/1986)


Alt solo, Bariton Obertongesang solo, Chor a cappella, Hallkammer, schalltoten Raum

Uraufführung der Medienproduktion 1986 anlässlich der Ausstellung „Stealing Diamonds“ parallel zur Biennale in Venedig.
Marie-Dagny Wennberg – Alt,
Wolfgang Saus – Bariton (westlicher Obertongesang),
Mitglieder des Collegium Byzantinum Aix la Chapelle,
Günther Beckers – Komposition und Malerei

  • Intro-Studio: Micki Meuser
  • 2. Teil: Hallkammer der RWTH-Aachen ( Liveinterpretation der Melodie durch den Chor zwischen und über einem „Loop“ )
  • 3. Teil: Schalltoter Raum

Das Chorwerk umfasst sowohl Teile einer ausgeschriebenen Partitur, als auch Passagen von Improvisation von Chor und Obertongesang bestehend aus Melodiefragmenten zu und über einen Loop. Günther Beckers schrieb das Chorwerk 1985/86. Das Werk gehört zusammen mit den Kompositionen des Italieners Roberto Laneri zu den frühesten Kompositionen für  die Doppelformanttechnik des westlichen Obertongesangs (im Unterschied zum Vokalobertongesang). Frühere Werke Karlheinz Stockhausens, Folke Rabes und Anders Hilborgs verwendeten Vokalobertöne aus denen sich die westliche Obertongesangstechnik erst später entwickelte. Beckers war mit der einzigartigen Kombination von Malerei und Obertongesang seiner Zeit voraus. Das Musikstück entstand anlässlich der Ausstellung „Stealing Diamonds“, parallel zur Biennale Venedig, 1986.

Weitersagen

Huun Huur Tu

The Orfan’s Lament

1997

Jaro

Traditioneller Khöömij aus Tuwa mit Originalinstrumenten.



Bestellmöglichkeit

CD

mp3


Weitersagen

Am Brunnen vor dem Tore - Bariton

Bekanntes deutsches Volkslied, polyphon für Obertongesang gesetzt, mittlerer Schwierigkeitsgrad mit überwiegend Quint- und Quartsprüngen in der Grundstimme.

Ursprünglich von Franz Schubert für seinen Zyklus Winterreise unter dem Titel Der Lindenbaum geschrieben, wurde es in der Bearbeitung von Friedrich Silcher mit leicht abgewandelter Melodie zum Volkslied. Für diese Fassung hat sich der Titel Am Brunnen vor dem Tore eingebürgert.

Ich freue mich über Eure Kommentare, Eure eigenen Bearbeitungen und auch Sounddateien, die Ihr gerne als Gastautor veröffentlichen könnt. Ihr könnt auch gerne Links zu Euren Aufnahmen in den Kommentar schreiben.

Noten Download:

MuseScore Datei, zur Bearbeitung und zum Anhören/Üben mit dem kostenlosen Notenschreibprogramm MuseScore:

Weitersagen

Vox Clamantis

Filia Sion

Vox Clamantis - Filia Sion
  1. Ecce venit / Psalm 94
  2. Virgo prudentissima / Magnificat
  3. Gaudeamus
  4. Rex virginum
  5. Gloria
  6. Beata viscera
  7. Audi filia
  8. Prelustri elucentia
  9. Ave Maria
  10. O ignis spiritus
  11. Agnus Dei
  12. Exulta filia Sion
  13. O Maria
  14. Salve regina
  15. Ma navu

Diese sehr empfehlenswerte CD des estnischen a cappella Ensembles Vox Clamantis (Ltg. Jan-Eik Tulve) enthält ein Stück mit Obertongesang: Beata viscera, ein Werk des französischen Komponisten Pérotin aus dem 12. Jh. Vox Clamantis interpretiert dieses Werk mit einer Obertongesang-Improvisation. Es wurde u. a. für den Soundtrack des Oscar gekrönten Films „La grande bellezza“ (Die große Schönheit, 2013. Imdb) von Paolo Sorrentino verwendet.

Recorded September 2010
ECM New Series 2244

Bestellmöglichkeit: Buch7

Mehr zu Vox Clamantis

Weitersagen

La Grande Bellezza – The Great Beauty – Die große Schönheit (2013)

Spielfilm von Paolo Sorrentino

DVD La Grande Bellezza

Die Filmmusik des Oscar (bester ausländischer Film) gekrönten Films „La Grande Bellezza“ (Die große Schönheit) enthält eine Obertongesang-Interpretation von Pérotins „Beata viscera“ von Vox Clamantis, eines estnischen Vokalensembles, dass vor allem für alte Musik bekannt ist. Beata viscera findet sich auch auf ihrer CD „Filia Sion“.

Regie: Paolo Sorrentino
Musik: Lele Marchitelli

http://janusfilms.com/thegreatbeauty/

http://www.imdb.com/title/tt2358891/


Verwandte Beiträge

Weitersagen