Unglaublich – ein Stück Holz, das singen kann

Das Daxophon von Hans Reichel

Wer erinnert sich nicht, als Kind ein Lineal am Tischrand gezupft und zum Klingen gebracht zu haben. Der deutsche Gitarrist, Improvisator, Komponist und Instrumentenerfinder Hans Reichel (1949-2011) aus Wuppertal hat dieses simple Prinzip auf ein professionelles Niveau gebracht.

Eine etwas 30 cm lange Holzzunge wird mit einem Cellobogen gestrichen. In einem Resonanzkästchen wird der Klang durch Kontaktmikrofone abgenommen. Das Daxophon ist ein Idiophon, ein Selbstklinger, und gleichzeitig ein Streichinstrument.

Eine entscheidenede Funktion übernimmt der Dax. Das ist ein handliches, rund geformtes Klötzchen, mit dem die Tonhöhe variiert wird. Auf einer Seite hat das Klötzchen Bünde, sodass damit Tonfolgen gespielt werden können, während die glatte Seite fließende Glissandi ermöglicht.

Was mich besonders fasziniert ist der stimmähnliche Klang, den das Daxophon erzeugt. Das kommt durch vokalartige Formanten, die entstehen, wenn der Dax die Schwingung in der Holzzunge an den Berührungspunkten blockiert.

Es kann nur ja sagen, nicht nein.

Hans Reichel bei einer Performance

Unten in den weiterführenden Links gibt es auf der Seite daxo.de (Flash) unter Downloads eine Bauanleitung.

Meine Kollegin Anna-Maria Hefele machte mich auf dieses charmante Instrumente aufmerksam.

Weiterführende Links

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