Einer der besten Chöre Deutschlands für zeitgenössische Musik in Zusammenarbeit mit einer der besten Obertonsängerinnen. Die Leser dieser Seite werden vor allem drei Stücke interessieren, die extra für die neue CD „Kammerchor I Vocalisti & Anna-Maria Hefele: Cantate Domino Canticum Novum“ vom Kammerchor I Vocalisti und ihrem Leiter Hans-Hoachim Lustig bei drei nahmhaften Komponisten in Auftrag gegeben wurden:

  • Cantate Domino (2015) von Uģis Prauliņš (Track 1)
  • Cantate Domino (2016) von Hans Schanderl (Track 8)
  • Cantate Domino (2015) von Michael Ostrzyg (Track 11)

Diese drei Werke sind speziell für die Solostimme Hefeles geschrieben. Drei sehr unterschiedliche Stücke, die eines gemeinsam haben: Solo Obertongesang. Auch das weitere Programm ist eine wundervolle Zusammenstellung neuer Musik, auch höchstem Chorniveau gesungen. Diese fantastische CD ist durch und durch ein Genuss und begeistert mich total – sehr empfehlenswert!

Kaufen bei Amazon.de (Partnerlink)

Cantate Domino Canticum Novum (2016)
Anna-Maria Hefele, I Vocalisti, Hans-Hoachim Lustig
Die CD erschien am 28.10.2016 bei Rondeau.
Gesamtspielzeit 73:09
1. Ugis Praulins: Cantate Domino
2. Vic Nees: Singet dem Herrn
3. Thomas Hofmann: …Singet…
4.-6. Hugo Distler: Singet dem Herrn ein neues Lied
7. Josu Elberdin: Cantate Domino
8. Hans Schanderl: Cantate Domino
9. Aleksandar S. Vujic: Singet dem Herrn ein neues Lied
10. Vytautas Miskinis: Cantate Domino
11. Michael Ostrzyga: Canticum novum (…ab extremis terrae)
12. Alwin Michael Schonen: Cantate Domino

[/av_textblock]

Ein Dokumentarfilm über die Vielfalt des menschlichen Stimmausdrucks von Lena Giovanazzi und Daniel Büche: Jodeln, Obertongesang, Bukkal Stimme, Lach-Yoga, das Klangrepertoire der zeitgenössischen klassischen Musik, Speiseröhren Stimme, Beatbox und Tierlautimmitation.

Besetzung

Christian Zehnder
Arjopa
Wolfgang Saus
Angela Mecking
Peter Krause
Michael Edward Edgerton
Angela Wingerath
Kehlkopflosenchor León
Uwe Westphal
4xSample
PerformanceChor für
Experimentellen Gesang Berlin

Crew

Lena Giovanazzi
Daniel Büche

Festivals und Auszeichnungen

  • Open Eyes Filmfest Marburg 2012, 1. Platz Publikumspreis
  • 36. Filmfest Weiterstadt, 2012
  • Festival Internacional de Cine de Puebla, Mexiko, 2012
  • Kinofest Lünen, 23. Festival für deutsche Filme
  • Soundtrack Cologne, Festival See the Sound, November 2012
  • Blue November MicroFilmFest, Seattle, November 2012, „Best Illumination“ and „Best Vision“
  • Flensburger Kurzfilmtage, November 2012, Hauptpreis Dokumentarfilm
  • Filofest 2012, International Student Film and Video Festival Ljubljana, Slovenien
  • Bamberger Kurzfilmtage, February 2013
  • Kontrast, das Bayreuther Filmfest, February 2013
  • Landshuter Kurzfilmfestival, March 2013
  • Emmentaler Kurzfilmtage, 18.-20. October 2013

Wolfgang Saus singt Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ im Magnetresonanztomographen mit Obertongesang.

Dieses spektakuläre dynamische MRT-Video zeigt, wie sich die Zunge bei Obertongesang bewegt. Die Melodie von Beethovens „Ode an die Freude“ entsteht durch Doppelresonanzen, die von der Zunge im Mund- und Rachenraum gebildet werden. Obertongesang basiert auf der Zusammenführung der zweiten und dritten Resonanzfrequenzen des Vokaltrakts auf eine einzige Frequenz, um die Lautstärke eines einzelnen Obertons aus dem Stimmklang zu erhöhen.

Die zweite Resonanzfrequenz wird vom Zungengrund zusammen mit dem Kehldeckel kontrolliert. Die dritte Resonanzfrequenz wird durch den Raum unter der Zunge reguliert, der größer ist als er im Video erscheint, weil er sich auch seitlich des Zungenbändchens ausbreitet, das im Bild den Raum verdeckt. Obertongesang erfordert eine ständige Feinabstimmung der beiden Resonanzkammern.

Es ist garnicht einfach, in dem sehr lauten Magnetresonanztomographen zu singen und dazu noch den Klang aufzuzeichnen. Der Lärmpegel ist so hoch, dass ich Gehörschutz tragen musste und meine eigenen Obertöne nicht hören konnte. Ich musste nach Gefühl singen. Das dabei die richtige Melodie herauskam, ist allein schon spektakulär. Zeigt es doch, dass es möglich ist, ein Körpergefühl für die exakte Tonhöhe der Resonanzen zu entwickeln, das auch ohne akustische Kontrolle duch das Gehör funktioniert.

Das Team in Freiburg hat hoch spezialisiertes Equipment für Aufnahme und Filterung entwickelt. Natürlich ist der Sound kein HiFi.

MRT Filmmaterial mit freundlicher Genehmigung und einem großem Dank an:
Universitätsklinikum Freiburg
Klinik für Radiologie – Medizinphysik & Institut für Musikermedizin
https://fim.mh-freiburg.de/
Prof. Dr. Bernhard Richter
Prof. Dr. Dr. Jürgen Hennig
Prof. Dr. Matthias Echternach
(c) 2015

Der goldene Kompass (2007)

The Golden Compass (Originaltitel)

Regie: Chris Weitz

Komponist: Alexandre Desplat

Gleich zu Beginn mischen sich Flaggeolett-Glissandi vom elektrischen Cello (unter Einsatz von chorus pedal) mit Obertongesang von Michael Ormiston und ergeben ein mystisches Klanggebilde, in dem einzelne Instrumente nur schwer zu erkennen sind. Alexandre Desplat im Interview mit mftm: „I love to blend sounds together so you can’t really tell what instrument it is.“

Im Film wird damit die Freiheit von der Systemkontrolle symbolisiert, die die Hauptfigur Lyra zusammen mit dem die Wahrheit und Zukunft aufdeckenden goldenen Kompass verkörpert. Eine überaus treffende Assoziation, da Obertöne die Wahrnehmung in die rechte Gehirnhemisphäre verlagern und damit der Kontrolle von aussen entziehen. Es handelt sich um die Verfilmung des ersten Bandes der Fantasy-Trilogie „His Dark Materials“ von Philip Pullman.

Vielleicht gerade aus diesem Grund wurde der Film von Kritikern (wegen angeblicher „Antireligiosität“) verrissen, was dazu führte, dass keine Verfilmung der anderen Bände der Trilogie mehr folgte. Ich finde den Film hervorragend, habe ich schon mehrfach gesehen und kann ihn empfehlen.

Olga Podluzhnaya präsentiert ab 1:11 Biphonation, eine einzigartige zweistimmige Gesangstechnik. Eigentlich gehört Biphonation zu den Stimmstörungen. Man nimmt an, dass das rechte und linke Stimmband mit unterschiedlichen Frequenzen schwingen . Hier ist es aber kunstvolle Absicht und keineswegs pathologisch.

Ich hab eine Klanganalyse meiner Lieblingsstelle bei 1:30 bis 1:36 gemacht. Da sieht man ungewöhnliches: Die zwei gleichzeitig erzeugten Töne haben 324 Cent Abstand, zwischen großer und kleiner Terz. Dieses Intervall kommt in der Obertonreihe nicht vor. Es sind also wirklich zwei getrennte Töne. Aber sie haben viel zu viele Obertöne. Die zu erwartenden Obertöne sind als Schema über das Spektrogramm gelegt. Und die sind auch im Spektrum zu sehen. Nur sind dazwischen noch mehr Obertöne, die nicht von den beiden Grundtönen kommen können. Ich habe dafür keine Erklärung. Hat jemand eine Idee?

I. WILDEN, H. HERZEL. 1998. Subharmonics, biphonation, and chaos in mammal vocalisation. Bioacoustics 9, Nr. 3: 171–196. http://doi.org/10.1080/09524622.1998.9753394, .

Die lettische a cappella Gruppe Cosmos (2002 – 2009, 2015…) zeichnet sich durch aussergewöhnliche Klänge in eigenen Arrangements aus, was auch Obertongesang einschließt, wie hier in „Sunrise“ (Saullēkts). Darüber hinaus sind auch ihre Performances bemerkenswert. Mehr auf ihrem YouTube-Kanal.

Gene Shinozaki stimmperformed seine Eigenkomposition Home im YouTube Space New York. Die neue Generation Beatboxer beginnt die Formaten geziehlt einzusetzen – die Kunst der westlichen Obertontonsänger der 2. Generation.

Das Duo The Lady & The Cat mit der Obertonvirtuosin Anna-Maria Hefele und dem Jazzguitarristen Jan Henning bringt hier eine interessante Bearbeitung des Klassikers Over the Rainbow (Der Zauberer von Oz) von Harold Arlen (Text E. Y. Harburg). Der polyphone Obertonsatz von Stuart Hinds aus 2005 diente Anna-Maria als Grundlage ihrer für Frauenstimme modifizierte Fassung. Ich verfolge mit Spannung die Entwicklung meiner ehemaligen Schülerin.

Stuart Hinds schrieb dieses Solostück für unseren gemeinsamen lieben Freund, Jan Šima, der im letzten Jahr unerwartet in jungen Jahren verstarb. Obwohl das Stück sehr emotional ist, ist es nicht als Ausdruck von Trauer gedacht. Es soll vielmehr Raum geben für Erinnerungen und Konteplation.

Jan war ein begeisterter und sehr guter polyphoner Obertonsänger. Er war Mitglied im Europa Obertonchor und im Obertonchor Spektrum, wo wir uns 2002 kennen lernten.

Kehlgesang aus Kalmückien beschränkt sich laut Sven Grawunder auf einen einzelnen begabten Sänger, Okna Tsahan Zam, der den tuwinischen Khöömej für den Epengesang der Kalmücken adaptiert hat. Aus dem Grunde eine besonders hörenswerte Musik des kleinen Turkvolkes am Kaspischen Meer.

Grawunder, Sven. 1999. Die Erforschung eines besonderen Stimmgebrauchs - Obertongesang versus Kehlgesang. Unpublished Diploma, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/S. http://email.eva.mpg.de/~grawunde/KehlgesangversObertongesang.pdf.