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„Solo-Akkordeonstück, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Goran Stevanović. Die Stimmkontrolle ist ebenso entscheidend wie das Akkordeonspiel. Die gesungenen Töne und der Klang durch Obertongesang sowie das Flüstern sind wichtige Materialien in diesem Stück.“
Feliz Anne Reyes Macahis über lu:tαŋ [Übers. d. Red.]

Obertongesang hat seit Karlheinz Stockhausens Stimmung (1968) einen Platz in der E-Musik als „extended vocal technique“. Die philippinische, in Österreich lebende Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis schrieb dieses Werk für den Akkordionisten Goran Stevanović. Goran Stevanović studierte Akkordeon in in Bijeljina, Bosnien-Herzegowina, und der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Der mehrfach preisgekrönte Musiker lebt und wirkt derzeit in Hannover und engagiert sich in der zeitgenössischen Musik und Musikpädagogik.

https://www.felizmacahis.com/

http://goranstevanovic.com/

 

Uraufführung: 1990 Wellington (New Zealand)
Beauftragt von Victoria University of Wellington
RD:NEW ALBION/NA-099

Sōmei Satō erzeugt mit seiner eigenen Stimme einen Obertonchor im Mehrspurverfahren und setzt Vokalobertongesang als Effekt ein. Ähnliches kenne ich von Roberto Laneri’s „Two views of the Amazon“ von 1981 gehört. Anfang der 1980er Jahre hat das wahrscheinlich für die meisten Hörer eher nach elektronischer Musik geklungen, denn Obertongesang war damals im Okzident noch so gut wie unbekannt.

Uraufführung 1982. Tokyo.
Im Auftrag von Japan Foundation
RD:ALM/AL-26, NEW ALBION/NA-099, NA-016

Eine der ganz frühen Obertonkompositionen. Zu jener Zeit war Obertongesang noch kaum bekannt.

23′
Uraufführung Tokyo 1986.
RD:NEW ALBION/NA-016, NA-099

Stuart Hinds aus den USA ist unumstritten der Star des polyphonen westlichen Obertongesangs. Niemand sonst geht so virtuos mit zwei gleichzeitigen Melodien in Grund- und Oberton um. Außerdem ist er einer der produktivsten Komponisten für Obertongesang und hat etliche Stücke für Solo- und Chorgesang geschrieben.

Nun hat er mit «Making Music with Overtone Singing» 2017 ein neues Buch verfasst. Es ist eine systematische Lernhilfe, die leicht fortgeschrittenen Obertonsängern den Einstieg in die polyphone Obertonkunst erleichtert.

Das neue Buch setzt da an, wo Obertonanfänger beginnen ihre Töne zu kontrollieren und führt bis in die komplexe Polyphonie. Damit bildet das Buch die Brücke zu seinen anspruchsvolleren 15 Liedern. 2012 war im Traumzeit-Verlag sein von mir übersetztes Noten-Buch Eine Oberton-Erfahrung: 15 Lieder mit mehrstimmigem Obertongesang“ (Partnerlink) erschienen, das fortgeschritte Obertongesangserfahrung voraussetzte.

Stuart Hinds stellt großzügig sein Buch als kostenlosen PDF Download zur Verfügung. Der Download beinhaltet neben dem Buch auch vom Autor eingesungene Klangbeispiele.

Zur Download Seite

Ned i vester soli glader

Komponiert von Grete Pedersen & Anders Hovden.

Musikk-Husets Forlag korbibliotek nr. 478.

Eine Komposition von Aaron Jensen, Kanada 2012, für gemischten Chor a cappella und Obertonsolist.

Besetzung: SSAATTB + Obertonsolist 6’00″

Text von Uvavnuk – Übersetzung: Jane Hirshfield

Beauftragt von The Toronto Arts Council

Uraufführung: 12.05.2013 — The Elmer Iseler Singers, Leitung Lydia Adams

Gast Obertonsänger – Scott Peterson

Mehr zur Komposition auf der Website von Aaron Jensen.

ohne Bild

Aaron Jensen

Kanada

http://www.aaronjensen.ca/


Uvavnuk Dreams – The Great Sea (2012)

SSAATTB + Obertonsolist 6’00″

Uraufführung: 12.05.2013 — The Elmer Iseler Singers, Leitung Lydia Adams

Gast Obertonsänger – Scott Peterson

Text von Uvavnuk – Übersetzung: Jane Hirshfield

Beauftragt von The Toronto Arts Council

Mehr zur Komposition auf der Website des Komponisten.

Amila (2015)

Mongolischer Kehlgesang, mongolische Instrumente, Symphonieorchester

„Amila“, mongolisch für „gibt Leben“, wurde im Auftrag der Deutschen Welle zum Beethovenfest 2015 für das Bundesjugendorchester komponiert.

Im Stück wird die Klangwelt von [Zulans eigener Band] Mongolism auf ein großes Sinfonieorchester erweitert. Darin mischt sich der Orchesterklang mit dem Obertongesang und den Melodien der Pferdekopfgeige und anderer mongolischer Instrumente.
Deutsche Welle

Uraufführung: 25.09.2015, Beethovenfest Bonn. Bundesjugendorchester -- Ltg. Patrick Lange, Mongolism -- Ltg. Zulan.

Death and the Maiden (2015)

Kammerkonzert mit der Besetzung: Topshur, Tsuur, Khöömej (mongol. Kehlgesang), Schlagzeug, Klavier, Stimme.

Aufnahme von der Uraufführung am 13.01.2015 in New York. Borjigin (Topshur, Tsuur, Khöömej); Chen Shijie (Perkussion); Khasbagen (Morin Khuur); Song Zhao (Cello); Zulan (Klavier, Stimme).

Zulan beschreibt mit ihrer Musik die „Sechs Wünsche eines Menschen“, ein buddhistisches Konzept, das die sechs Sinnesfreuden von Augen, Ohren, Nase, Körper und Geist beschreibt.
Asia Society, New York

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Im Oktober 2014 schickte mir überraschend der Komponist den Link zu dem Video. „Der Bootssteg“ von Günther Beckers war 1986 meine allererste Produktion mit Obertongesang. Seit dem hatte ich nichts mehr davon gehört und, ehrlich gesagt, sogar vergessen, dass ich schon damals Musik mit Obertönen gemacht hatte.

1983 stand ich mit Roberto Laneri auf der Bühne bei dem Projekt „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“ von Joachim Ernst Berendt. Zum ersten mal im Leben hörte ich Obertongesang und war so berührt, dass mir sofort klar war, dass die Obertöne mein Leben verändern würden. Ich brachte mir daraufhin das Obertonsingen mit vielen Experimenten autodidaktisch bei, ohne die blasseste Ahnung, wie es funktionierte, nur aus der Erinnerung an den Klang, ohne die Möglichkeit, Aufnahmen zu hören. Und Roberto Laneris Telefonnummer konnte ich nicht herausfinden. Es ist erstaunlich, wie aktuell das Werk heute klingt, damals eine experimentelle Innovation.

»Mehr zur Komposition

In der Aufnahme: Marie-Dagny Wennberg aus Schweden – Alt, Wolfgang Saus – Barton Obertongesang, Mitglieder des Collegium Byzantinum Aix la Chapelle, Studiomix von Miki Meuser, akustische Räume des Instituts für Hochfrequenztechnik der RWTH Aachen. Digitale Kunstkopfaufnahme (auch neu damals).

1986 war für mich ein Jahr aussergewöhnlicher Musikprojekte. Nach einer intensiven mit einem Profiensemble in einer Masterclass des schwedischen Ausnahme-Chorleiters und späterem Nachfolgers von Eric Ericsons, Anders Eby, war mir nochmal klarer geworden, dass das Geheimnis professionellen Chorklangs in den Obertönen liegt.

Ich hatte gerade einen Solovertrag am Stadttheater Aachen für die Uraufführung der Oper „Chimäre“ des Münchener Komponisten Hans-Jürgen von Bose am Aachener Stadttheater erhalten und studierte die schwierige Partitur inklusive mehrstimmiger Tonbandeinspielungen ein. Ich liebte damals Avantgarde und Experimentalmusik und konnte gut vom Blatt lesen, sodass ich neue Musik mit viel Freude einstudierte.

Zeitgleich trat Günther Beckers, Maler und Komponist, mit seiner Komposition „Der Bootssteg – Hallkammer und schalltoter Raum“ an mich heran. Es war meine Partie für Obertongesang. Sie wurde anläßlich einer Ausstellung auf der Bienale in Venedig als Medienproduktion gespielt. 1984 hatte ich bereits mit Günther Beckers gearbeitet und „Anna – ein neuer Mensch“ (Video), eine Co-Produktion von Günther Beckers mit Miki Meuser, aufgeführt (noch ohne Obertongesang). Ich fand das Projekt deshalb so aufregend, weil es genau zu meiner Frage nach dem Klanggeheimnis der Chormusik passte.

Ich hatte damals noch keine Ahnung, ob man mit Obertönen überhaupt gezielt Musik machen kann. Meine Obertontechnik war noch unsicher. Lehrer gab es nicht, bzw. ich kannte ausser Laneri niemanden. 1986 hatte ich noch nicht von Michael Vetter oder David Hykes gehört. Das war eine Herausvorderung, da ich gleichzeitig Chemie studierte und noch in sechs Chören sang und jeden Tag Proben hatte. Jung und nicht zu bremsen, wenn es um Klang ging. Ausser „jung“ hat sich daran nicht viel geändert ;).

Ich freue mich, dass diese Rarität jetzt aufgetaucht ist.

 

Der Bootssteg – Hallkammer, schalltoter Raum (1985/1986)


Alt solo, Bariton Obertongesang solo, Chor a cappella, Hallkammer, schalltoten Raum

Uraufführung der Medienproduktion 1986 anlässlich der Ausstellung „Stealing Diamonds“ parallel zur Biennale in Venedig.
Marie-Dagny Wennberg -- Alt,
Wolfgang Saus -- Bariton (westlicher Obertongesang),
Mitglieder des Collegium Byzantinum Aix la Chapelle,
Günther Beckers -- Komposition und Malerei

  • Intro-Studio: Micki Meuser
  • 2. Teil: Hallkammer der RWTH-Aachen ( Liveinterpretation der Melodie durch den Chor zwischen und über einem „Loop“ )
  • 3. Teil: Schalltoter Raum

Das Chorwerk umfasst sowohl Teile einer ausgeschriebenen Partitur, als auch Passagen von Improvisation von Chor und Obertongesang bestehend aus Melodiefragmenten zu und über einen Loop. Günther Beckers schrieb das Chorwerk 1985/86. Das Werk gehört zusammen mit den Kompositionen des Italieners Roberto Laneri zu den frühesten Kompositionen für  die Doppelformanttechnik des westlichen Obertongesangs (im Unterschied zum Vokalobertongesang). Frühere Werke Karlheinz Stockhausens, Folke Rabes und Anders Hilborgs verwendeten Vokalobertöne aus denen sich die westliche Obertongesangstechnik erst später entwickelte. Beckers war mit der einzigartigen Kombination von Malerei und Obertongesang seiner Zeit voraus. Das Musikstück entstand anlässlich der Ausstellung „Stealing Diamonds“, parallel zur Biennale Venedig, 1986.

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Eurydice (2008)


Bühnenmusik zu Sarah Ruhls Schaupiel
SATB

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Overtone Etudes (2000)


solo baritone/bass voice
Uraufführung: Toby Twining, James Cohan Gallery, New York City, 06/2000.


Chrysalid Requiem (1999)

12-voice ensemble
Uraufführung: Amsterdam Concertgebouw 1999, Toby Twining Music, “Festival of New Spiritual Music”.

CD bei Buch7.de (Partnerlink*)
CD und Klangproben bei amazon.de (Partnerlink*)
CD bei amazon.com (Partnerlink*)
Werkinformationen -- Cantaloupe CD-Label

Shaman (1987)

SATB octet unaccompanied
Uraufführung: Toby Twining (multitracks), Wesleyan University, Middletown, CT, 11/1987.

Klangproben auf Comfort Music
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Piedzimšana (2008)

Text von Inese Zandere
SSSSAAAATTTTBBB a cappella und große Trommel ad lib.
Uraufführung: 3. Juli 2008 Riga, University of Latvia, Aula (LV) · Dirigent: Maris Sirmais · Riga Youth Choir KAMER
ISMN: 979-0-001-18713-8
http://www.schott-musik.de/shop/Noten/show,236160.html
CD bei amazon.de
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Bernd Michael Sommer

Bernd Michael Sommer

Jubel (2013)

für gemischten Chor (SSATB) und Obertonimprovisation.

Inspector Blueseau (2012)

für gemischten Chor (SSATB) und Obertonimprovisation.

Wach (2011)

für gemischten Chor (SATB) und Obertonimprovisation.
Uraufführung: 2011, Bad Soden-Salmünster, European Overtone Choir, Ltg. Steffen Schreyer und Wolfgang Saus, Soli Barbara Lübben und Bern-Michael Sommer.

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Urmas Sisask


Gloria Patri, op. 17 -- XXIII Oremus (1988)

Gemischter Chor. Die langezogenen Vokale können statisch oder dynamisch interpretiert werden. Daher gibt es Aufnahmen mit und ohne Obertonspektren in den Vokalen. Bei dynamischen Vokalübergängen werden die Teiltonspektren zu einem Klangereignis zwei Oktaven über den Grundakkorden.

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Kiva al. Kathryn Šimová


Kanada, Tschechien

http://kivasimova.com

Ebb and Flow (2011)

(S’A’T’B‘ overtone singers & harp)
Free Download at www.slideshare.net/kivasimova

Whispering Souls (2010)

(SAT’B‘ TB overtone singers)
Free Download at www.slideshare.net/kivasimova

Peace Be (2010)

(SATB solo T‘ overtone singer)
Free Download at www.slideshare.net/kivasimova

Arcanum (2010)

(SSA’TB‘ AB overtone singers)
Free Download at www.slideshare.net/kivasimova

A Rural Lullaby (2009)

(S’AT’B ST overtone singers)
Free Download at www.slideshare.net/kivasimova

The Dawning of the New World (2009)

Chor a cappella SATB, Obertonsolo oder Chor-T (f-f1)
Yemyss Music (SOCAN) 2009
Uraufführung: 2009 Nové Hrady (CZ), Obertonsolo Kiva Šimová, European Overtone Choir, Dir. Steffen Schreyer.
Free Download at www.slideshare.net/kivasimova

One by One (2009)

Obertonchor a cappella SSATTB, Obertonsolo oder Chor-T2.
Yemyss Music (SOCAN) 2009
Uraufführung: 2009 Bad Fredeburg (DE), European Overtone Choir, Dir. Steffen Schreyer.
Free Download at www.slideshare.net/kivasimova

Only Waiting (2009)

(SA’TB‘) a cappella.
Free Download at www.slideshare.net/kivasimova

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David Hykes

Hearing Solar Winds (1982)



The Harmonic Choir: David Hykes, Timothy Hill, Theodore Levin, Rebecca Krause, Michelle Dupéré-Hykes.

Part I: Rainvow voice, Part II: Multiplying voices at the Heart of the Body of Sound, Part III: Arc Descents, Part IV: Gravity Waves, Part V: Lens by Lens, Part VI: Telescoping, Part VII: Two Poles; Ascent, Part VIII: Ascending and Descending.

Radio France 1982, harmonia mundi France 1988.

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Sōmei Satō


Japan *1947

http://www.zen-on.co.jp/world/composers_satoh/
https://www.facebook.com/someisatoh/

Sōmei Satō (jap. 佐藤 聰明, Satō Sōmei; * 19. Januar 1947 in Sendai, Japan) ist ein japanischer Komponist. Seine Musik ist eine Fusion aus westlicher und japanischer Tradition (Gendai Hogaku) und inspiriert von Shintō und Zen-Buddhismus. (Wikipedia)


Somei Satoh, by Hilary Hahn

Werke

 

Uraufführung: 1990 Wellington (New Zealand)
Beauftragt von Victoria University of Wellington
RD:NEW ALBION/NA-099

Sōmei Satō erzeugt mit seiner eigenen Stimme einen Obertonchor im Mehrspurverfahren und setzt Vokalobertongesang als Effekt ein. Ähnliches kenne ich von Roberto Laneri’s „Two views of the Amazon“ von 1981 gehört. Anfang der 1980er Jahre hat das wahrscheinlich für die meisten Hörer eher nach elektronischer Musik geklungen, denn Obertongesang war damals im Okzident noch so gut wie unbekannt.

Uraufführung 1982. Tokyo.
Im Auftrag von Japan Foundation
RD:ALM/AL-26, NEW ALBION/NA-099, NA-016

Eine der ganz frühen Obertonkompositionen. Zu jener Zeit war Obertongesang noch kaum bekannt.

23′
Uraufführung Tokyo 1986.
RD:NEW ALBION/NA-016, NA-099

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„Solo-Akkordeonstück, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Goran Stevanović. Die Stimmkontrolle ist ebenso entscheidend wie das Akkordeonspiel. Die gesungenen Töne und der Klang durch Obertongesang sowie das Flüstern sind wichtige Materialien in diesem Stück.“
Feliz Anne Reyes Macahis über lu:tαŋ [Übers. d. Red.]

Obertongesang hat seit Karlheinz Stockhausens Stimmung (1968) einen Platz in der E-Musik als „extended vocal technique“. Die philippinische, in Österreich lebende Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis schrieb dieses Werk für den Akkordionisten Goran Stevanović. Goran Stevanović studierte Akkordeon in in Bijeljina, Bosnien-Herzegowina, und der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Der mehrfach preisgekrönte Musiker lebt und wirkt derzeit in Hannover und engagiert sich in der zeitgenössischen Musik und Musikpädagogik.

https://www.felizmacahis.com/

http://goranstevanovic.com/

 

Uraufführung: 1990 Wellington (New Zealand)
Beauftragt von Victoria University of Wellington
RD:NEW ALBION/NA-099

Sōmei Satō erzeugt mit seiner eigenen Stimme einen Obertonchor im Mehrspurverfahren und setzt Vokalobertongesang als Effekt ein. Ähnliches kenne ich von Roberto Laneri’s „Two views of the Amazon“ von 1981 gehört. Anfang der 1980er Jahre hat das wahrscheinlich für die meisten Hörer eher nach elektronischer Musik geklungen, denn Obertongesang war damals im Okzident noch so gut wie unbekannt.

Uraufführung 1982. Tokyo.
Im Auftrag von Japan Foundation
RD:ALM/AL-26, NEW ALBION/NA-099, NA-016

Eine der ganz frühen Obertonkompositionen. Zu jener Zeit war Obertongesang noch kaum bekannt.

23′
Uraufführung Tokyo 1986.
RD:NEW ALBION/NA-016, NA-099

Stuart Hinds aus den USA ist unumstritten der Star des polyphonen westlichen Obertongesangs. Niemand sonst geht so virtuos mit zwei gleichzeitigen Melodien in Grund- und Oberton um. Außerdem ist er einer der produktivsten Komponisten für Obertongesang und hat etliche Stücke für Solo- und Chorgesang geschrieben.

Nun hat er mit «Making Music with Overtone Singing» 2017 ein neues Buch verfasst. Es ist eine systematische Lernhilfe, die leicht fortgeschrittenen Obertonsängern den Einstieg in die polyphone Obertonkunst erleichtert.

Das neue Buch setzt da an, wo Obertonanfänger beginnen ihre Töne zu kontrollieren und führt bis in die komplexe Polyphonie. Damit bildet das Buch die Brücke zu seinen anspruchsvolleren 15 Liedern. 2012 war im Traumzeit-Verlag sein von mir übersetztes Noten-Buch Eine Oberton-Erfahrung: 15 Lieder mit mehrstimmigem Obertongesang“ (Partnerlink) erschienen, das fortgeschritte Obertongesangserfahrung voraussetzte.

Stuart Hinds stellt großzügig sein Buch als kostenlosen PDF Download zur Verfügung. Der Download beinhaltet neben dem Buch auch vom Autor eingesungene Klangbeispiele.

Zur Download Seite

Ned i vester soli glader

Komponiert von Grete Pedersen & Anders Hovden.

Musikk-Husets Forlag korbibliotek nr. 478.

Eine Komposition von Aaron Jensen, Kanada 2012, für gemischten Chor a cappella und Obertonsolist.

Besetzung: SSAATTB + Obertonsolist 6’00″

Text von Uvavnuk – Übersetzung: Jane Hirshfield

Beauftragt von The Toronto Arts Council

Uraufführung: 12.05.2013 — The Elmer Iseler Singers, Leitung Lydia Adams

Gast Obertonsänger – Scott Peterson

Mehr zur Komposition auf der Website von Aaron Jensen.

ohne Bild

Aaron Jensen

Kanada

http://www.aaronjensen.ca/


Uvavnuk Dreams – The Great Sea (2012)

SSAATTB + Obertonsolist 6’00″

Uraufführung: 12.05.2013 — The Elmer Iseler Singers, Leitung Lydia Adams

Gast Obertonsänger – Scott Peterson

Text von Uvavnuk – Übersetzung: Jane Hirshfield

Beauftragt von The Toronto Arts Council

Mehr zur Komposition auf der Website des Komponisten.

Amila (2015)

Mongolischer Kehlgesang, mongolische Instrumente, Symphonieorchester

„Amila“, mongolisch für „gibt Leben“, wurde im Auftrag der Deutschen Welle zum Beethovenfest 2015 für das Bundesjugendorchester komponiert.

Im Stück wird die Klangwelt von [Zulans eigener Band] Mongolism auf ein großes Sinfonieorchester erweitert. Darin mischt sich der Orchesterklang mit dem Obertongesang und den Melodien der Pferdekopfgeige und anderer mongolischer Instrumente.
Deutsche Welle

Uraufführung: 25.09.2015, Beethovenfest Bonn. Bundesjugendorchester -- Ltg. Patrick Lange, Mongolism -- Ltg. Zulan.

Death and the Maiden (2015)

Kammerkonzert mit der Besetzung: Topshur, Tsuur, Khöömej (mongol. Kehlgesang), Schlagzeug, Klavier, Stimme.

Aufnahme von der Uraufführung am 13.01.2015 in New York. Borjigin (Topshur, Tsuur, Khöömej); Chen Shijie (Perkussion); Khasbagen (Morin Khuur); Song Zhao (Cello); Zulan (Klavier, Stimme).

Zulan beschreibt mit ihrer Musik die „Sechs Wünsche eines Menschen“, ein buddhistisches Konzept, das die sechs Sinnesfreuden von Augen, Ohren, Nase, Körper und Geist beschreibt.
Asia Society, New York

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Im Oktober 2014 schickte mir überraschend der Komponist den Link zu dem Video. „Der Bootssteg“ von Günther Beckers war 1986 meine allererste Produktion mit Obertongesang. Seit dem hatte ich nichts mehr davon gehört und, ehrlich gesagt, sogar vergessen, dass ich schon damals Musik mit Obertönen gemacht hatte.

1983 stand ich mit Roberto Laneri auf der Bühne bei dem Projekt „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“ von Joachim Ernst Berendt. Zum ersten mal im Leben hörte ich Obertongesang und war so berührt, dass mir sofort klar war, dass die Obertöne mein Leben verändern würden. Ich brachte mir daraufhin das Obertonsingen mit vielen Experimenten autodidaktisch bei, ohne die blasseste Ahnung, wie es funktionierte, nur aus der Erinnerung an den Klang, ohne die Möglichkeit, Aufnahmen zu hören. Und Roberto Laneris Telefonnummer konnte ich nicht herausfinden. Es ist erstaunlich, wie aktuell das Werk heute klingt, damals eine experimentelle Innovation.

»Mehr zur Komposition

In der Aufnahme: Marie-Dagny Wennberg aus Schweden – Alt, Wolfgang Saus – Barton Obertongesang, Mitglieder des Collegium Byzantinum Aix la Chapelle, Studiomix von Miki Meuser, akustische Räume des Instituts für Hochfrequenztechnik der RWTH Aachen. Digitale Kunstkopfaufnahme (auch neu damals).

1986 war für mich ein Jahr aussergewöhnlicher Musikprojekte. Nach einer intensiven mit einem Profiensemble in einer Masterclass des schwedischen Ausnahme-Chorleiters und späterem Nachfolgers von Eric Ericsons, Anders Eby, war mir nochmal klarer geworden, dass das Geheimnis professionellen Chorklangs in den Obertönen liegt.

Ich hatte gerade einen Solovertrag am Stadttheater Aachen für die Uraufführung der Oper „Chimäre“ des Münchener Komponisten Hans-Jürgen von Bose am Aachener Stadttheater erhalten und studierte die schwierige Partitur inklusive mehrstimmiger Tonbandeinspielungen ein. Ich liebte damals Avantgarde und Experimentalmusik und konnte gut vom Blatt lesen, sodass ich neue Musik mit viel Freude einstudierte.

Zeitgleich trat Günther Beckers, Maler und Komponist, mit seiner Komposition „Der Bootssteg – Hallkammer und schalltoter Raum“ an mich heran. Es war meine Partie für Obertongesang. Sie wurde anläßlich einer Ausstellung auf der Bienale in Venedig als Medienproduktion gespielt. 1984 hatte ich bereits mit Günther Beckers gearbeitet und „Anna – ein neuer Mensch“ (Video), eine Co-Produktion von Günther Beckers mit Miki Meuser, aufgeführt (noch ohne Obertongesang). Ich fand das Projekt deshalb so aufregend, weil es genau zu meiner Frage nach dem Klanggeheimnis der Chormusik passte.

Ich hatte damals noch keine Ahnung, ob man mit Obertönen überhaupt gezielt Musik machen kann. Meine Obertontechnik war noch unsicher. Lehrer gab es nicht, bzw. ich kannte ausser Laneri niemanden. 1986 hatte ich noch nicht von Michael Vetter oder David Hykes gehört. Das war eine Herausvorderung, da ich gleichzeitig Chemie studierte und noch in sechs Chören sang und jeden Tag Proben hatte. Jung und nicht zu bremsen, wenn es um Klang ging. Ausser „jung“ hat sich daran nicht viel geändert ;).

Ich freue mich, dass diese Rarität jetzt aufgetaucht ist.

 

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