Artikel aktualisiert am 23.11.2015

Simon Grant, der ehemalige Bass und Mundperkussionist der Swingle Singers, pfeift und singt höchst virtuos den Schlusssatz der 2. Orchestersuite in h-Moll (BWV 1067), Badinerie, von Johann Sebastian Bach. Ward Swingle, der Gründer, Leiter und Komponist des Ensembles, hatte eine berühmte Fassung von Bachs Badinerie für Chor a cappella geschrieben, die Grant hier quasi allein singt. Grant war auch sonst mit seiner Stimme äusserst kreativ. So war er einer der ersten, die in den 1980er Jahren Mundperkussion in die a cappella Musik einführten (als Beatboxing erst entstand).

Im März 2015 lud mich Tobias Hug, Grants Nachfolger bei den Swingle Singers, ein, einen Vortrag zur Innovation in der Chormusik zu halten. Bei der Gelegenheit sprachen wir auch über Varianten des Obertongesangs, den Tobias ebenfalls beherrscht. Dabei machte er mich auf diese fantastische Fertigkeit seines Sängerkollegen aufmerksam und schickte mir diese Aufnahme.

Ich werde oft gefragt, ob Obertongesang eine Art Pfeifen und Singen sei. Nein, Obertongesang ist kein Pfeifen, wie man am Klangunterschied der Aufnahmen hört. Pfeifen wird durch Luftverwirbelungen an den Lippen erzeugt, während Obertongesang Teiltöne der Stimme in Resonanz bringt. Aber Pfeifen nutzt vergleichbare Resonanzräume, um die Tonhöhe einzustellen.

 

1 Antwort
  1. Miroslav Grosser says:

    Als jemand, der auch gern singen und pfeiffen kombiniert, kann ich es nachempfinden und einschätzen, was für eine enorme Koordinationsleistung diese Präsentation von Simon Grant darstellt. Danke für das Teilen dieser einmaligen Aufnahme, die im wahrsten Sinne des Wortes unnachahmlich erscheint. Doch wie wir wissen: Übung macht die Meister ;-)

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