Artikel aktualisiert am 12.01.2017

The Life of the Buddha. Der Londoner Komponist Glenn Keiles komponierte 2002 die Filmmusik zu dieser 50-minütigen BBC-Dokumentation für den Aachener Obertonchor unter der Leitung von Wolfgang Saus. Mit einer kleinen Gruppe nahmen wir den Chorpart an einem einzigen Tag in St. Gereon in Giesenkirchen auf. Mit dabei waren: Britta Blisniewski, Ellen Kreft, Helga und Wolfhard Barke, Chris und Tim Ellis, Ralf Malzkorn (und ich natürlich).

Glenn brachte den Aufnahmeleiter und das komplette Equipment aus England mit um gleich am nächsten Tag nach Südafrika weiter zu fliegen. Er muss die vorab in London aufgenommenen Soli und Instrumentalparts bereits während des Fluges gemischt haben, denn schon am Abend war das Master fertig zu Hören.

Da wir vorab keinen Gesamteindruck des Stücks hatten und auch den Film nicht kannten, war es eine spannende Arbeit, die Phrasen entsprechend der sehr genauen Klangvorstellungen des Komponisten einzusingen. Die Obertöne waren zum Teil ausnotiert, zum Teil war Spielraum für Improvisation. Die Grundtöne waren stets genau notiert.

Die Reaktionen von Glenns Komponistenkollegen in London waren sehr interessant: sie wollten von ihm wissen, wie er einen so natürlich und lebendig klingenden Synthesizerklang programmiert hat. 2003 war Obertongesang im Chor noch praktisch unbekannt bei Komponisten.

International movie data base: http://www.imdb.com/title/tt1806108/

2 Kommentare
  1. Miroslav Grosser says:

    Diese Doku ist aus meiner Sicht ein gutes Beispiel dafür, wie hochwertige tief berührende Musik oftmals eine dienende begleitende Funktion in Filmen aller Art bekommt, obwohl sie komplett oder zumindest in Teilen komplett eigenständig sein und wirken könnte. Deswegen nutze ich auch gern die Möglichkeit des Erwerbs eines Soundtracks und frage hiermit, ob es auch hier einen solchen gibt? Denn meist erst ohne die Sprache und die den Geist so stark vereinnahmenden Bilder kann ich die volle Aufmerksamkeit auf die Klänge richten, die diese so sehr verdienen. Durch das Posten dieses Beitrages und meine Beziehung zu Obertongesang im allgemeinen und zu Wolfgang Saus im besonderen gelang es mir bei dieser Doku vielleicht zum ersten Mal, bei einem filmischen Beitrag meine Aufmerksamkeits zu mehr als 80 Prozent auf die Filmmusik zu richten und diese in ihrer Wirkung zu genießen. Es lohnt sich!

    Antworten
    • Wolfgang Saus says:

      @Miroslav, Danke für Deinen schönen Kommentar. Es gibt leider keinen Soundtrack davon. Die Musik wurde speziell für den Film geschrieben und auch genau so in Schnipseln so aufgenommen, wie sie mit den anderen Musikern gemischt werden sollte. Die anderen Musiker wurden vorab in London aufgenommen. Es war also von vornherein nicht als komplettes Stück geplant, wie üblich bei Filmmusik. Die dienende Funktion war beabsichtigt. Ein Soundtrack wäre natürlich interessant.

Dein Kommentar

Willst du zur Diskussion beitragen?
Deine Meinung interessiert mich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.