Obertonkonzert im Backenzahn improvisace - Jazzgames and Overtones Jiří Stivín, Hosoo & Transmongolia, Wolfgang Saus
Dienstag, 1. Nov. 2011 - Aachen
Jiří Stivín - Aerophone Hosoo & Transmongolia - Pferdekopfgeige, Kehlgesang Wolfgang Saus - Obertongesang
Die vom Aachener Sänger und Obertonspezialisten Wolfgang Saus etablierte Konzertreihe im Backenzahn bietet seit 1994 jährlich am 1. November ein breites Spektrum neuer Obertonmusik. Gastmusiker aus aller Welt
präsentieren die seltene Gesangskunst, in der ein Sänger mit sich selbst im Duett singt.
Unter anderem waren in den vergangenen Jahren zu hören: Michael Reimann, Lutz Czech, Stuart Hinds (US), Jeu Quaedvlieg (NL), Dangaa Khosbajar (MN), Transmongolia (MN), Günter Müller, Antonio Olias (ES), Huun Huur Tu (RU), Tyva
Kyzy (RU), Matthias Privler, Harmonic Connection, Einat Gilboa (IL), Alexandra Pesold, Gerhard Fankhauser (AT), Od*Chi, Jan Heinke, Ghera Popov (RU).
Jiří Stivín
Stivín ist Absolvent der Prager Filmakademie. Als Autodidakt begann er in der
tschechischen Beat-Gruppe „Sputnici“ Saxophon zu spielen; er erhielt dann Flötenunterricht bei Professor Milan Muncinger. Als Mitglied von Martin Kratochvils Formation „Jazz Q“ und der „SHQ Combo“ um Karel Velebný spielte
er früh in Spitzenformationen des tschechischen Jazz. Im Prager Ensemble „Quax“ wandte er sich der Avantgardemusik zu. 1968 besuchte Stivin John Dankworths Klasse an der Royal Academy of Music und spielte auch im Scratch
Orchestra von Cornelius Cardew. Nach seiner Rückkehr nach Prag arbeitete er in den unterschiedlichsten musikalischen Richtungen von Alter bis zu Neuer Musik und Jazz, was man als Globale Musik auf Tschechisch[1] bezeichnen könnte.
Bekannt ist er nicht nur als Flötenspieler, sondern auch als Flötensammler und kreativer Flötenbauer, der auch aus abwegigen Rohstoffen wie Plastik- oder
Metallrohren Flöten konstruiert. Er wirkt auch als Interpret von Renaissance- und Barockmusik auf Blockflöten. Von Stivín stammen LP- und CD-Produktionen mit
Partnern wie Rudolf Dašek, Zbigniew Seifert, Barre Phillips, Pierre Favre und seiner eigenen Combo. Die Partnerschaft mit Dašek dauerte zunächst von 1972 bis 1975, wurde in den 1980er Jahren erneuert und dauert bis in die Gegenwart
an. Dašek und Stivin bilden gegenwärtig (2007) ein Trio mit dem Schlagzeuger Günter Baby Sommer und geben regelmäßig Konzerte. Er spielte weiterhin mit Joe Sachse, Károly Binder, Theo Jörgensmann, Milan Svoboda oder Tony Scott
und tritt regelmäßig in Projekten von Ali Haurand, beispielsweise dem European Jazz Ensemble, auf. Stivín trägt bei seinen Auftritte fast immer eine sogenannte
Schlägermütze, um seine Glatze zu verbergen und als sein Markenzeichen, zum anderen verbindet er das Flötenspiel mit schauspielerischen Einlagen, die mal clownesk, mal romantisch angehaucht sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Jiri_Stivin
Hosoo
Der Gesangssolist Hosoo (Dangaa Khosbayar, geb. 1971) stammt aus einer Familie von Höömii-Sängern
aus der Provinz Tschandman-Sum in Chovd, im Altai-Gebirge der westlichen Mongolei. Nur in dieser geographischen Region in der Mongolei wird Höömii gesungen und nur dort wird diese Gesangstechnik immer wieder an
die nächste Generation weitergegeben. Es gibt keine offizielle Ausbildungsstätte für das Höömii.
Hosoo beschäftigt sich bereits seit seinem 7. Lebensjahr mit dem Kehlkopfgesang. Nach der Grundschule in Hovd begann er seine Karriere als Sänger in Ulan Bator (Hauptstadt der Mongolei). Bis 1993 arbeitete Hosoo in einem
mongolischen Gesangs- und Tanzensemble. Die Belohnung für seinen musikalischen Eifer erhielt er 1995 bei einem Gesangswettbewerb in Ulan Bator. Dort wurde er als „bester mongolischer Sänger“ ausgezeichnet.
Die Musiker des Ensembles Hosoo & Transmongolia sind nicht nur hervorragend im Kehlkopfgesang, sondern spielen ebenso gut auch begleitend dazu ihre Instrumente: die Pferdekopfgeige, das traditionelle mongolische
Streichinstrument, die Bassgeige, die mongolische Oboe und andere westmongolische Zupf- und Streichinstrumente.
In der Mongolei entwickelte sich Höömii im Laufe der Jahrhunderte aus der innigen Naturverbundenheit der Nomaden. Die Tiere, vor allem die Kamele und
Pferde, die Flüsse und Berge, die Winde der Steppen und Wüsten werden vom Höömii-Sänger besungen und musikalisch nachgeahmt. So entsteht ein wirkliches Singen mit und in der Natur. Hosoo & Transmongolia geben der Natur
eine Stimme und bringen so die Weiten der Steppe in den Konzertsaal.
Terminübersicht Wolfgang Saus
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