Was sind Obertöne?
Obertöne
sind ein natürliches Schwingungsphänomen. Bei jeder Schwingung entstehen zusätzlich zur Grundfrequenz schnellere Schwingungen, die sich ihr überlagern. Das ist ein universelles Verhalten der Natur, egal, ob es sich dabei um einen Schall oder ob es sich um eine Schwingung in atomaren oder auch kosmischer Größenordnung handelt.
Durch Obertöne wird aus dem Schall ein Klang - mit einer Tonhöhe und einer Klangfarbe. Der persönliche Klang einer Stimme dadurch zustande, dass die Lautstärke der Obertöne für jeden Klang eine typische Verteilung hat. Die
Lautstärkeverteilung der Obertöne codiert unzählige Informationen, von den Vokalen der Sprache bis zur Identifizierung einer Person und sogar deren Stimmung und Wohlbefinden.
Das Klangspektrum (Frequenzspektrum) ist eine Form, den Klang darzustellen. Das Spektrum zeigt die Lautstärkeverteilung der Obertöne beim gesungenen Vokal ä. Jede Spitze entspricht einem Oberton, je höher
die Spitze, desto lauter der Oberton. Ganz unten ist der Grundton. Nach oben erhöht sich die Frequenz, also die Tonhöhe, nach rechts die Lautstärke. (Aufgenommen mit Overtone Analyzer).
Das Spektrogramm oder Sonagramm ist eine weitere Darstellungsform für Klänge. Die Lautstärke wird hier in Farben gezeigt, im Beispiel je roter, desto lauter. Jede Querlinie entspricht einem Oberton. Ganz unten ist der
Grundton. Nach oben erhöht sich die Frequenz, also die Tonhöhe, von links nach rechts läuft die Zeit. (Aufgenommen mit Overtone Analyzer).
Normalerweise fasst unser Gehirn ein Bündel von Obertönen zu einem einzigen Klang mit Klangfarbe zusammen. Wird aber ein einzelner Oberton relativ zu den direkt darunterliegenden wesentlich lauter, dann nimmt unser Gehirn ihn
plötzlich als separaten Ton wahr. So entsteht aus Gesang Obertongesang. Die Schwelle für die getrennte Wahrnehmung ist dabei nicht nur eine Funktion des Lautstärkeunterschieds sondern auch des Hörtrainings.
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